Zukunft der Banken

5.3. Innovation. Darum kümmern sich die anderen, oder?

In unseren Gesprächen mit Vorständen fiel immer wieder die gleiche Aussage, wenn es um den Punkt Innovationen ging: „Innovationen treibt mein Verband voran.“  Oder etwas abgewandelt: „Für Innovationen ist unser Rechenzentrum zuständig.“


Grundsätzlich stimmt das natürlich, allerdings bleibt die Frage offen, ob Rechenzentrum und Verband dieser Aufgabe auch tatsächlich nachgehen. Denn viele Banken und Sparkassen warten, ohne dass die Ergebnisse vieler noch ausstehender Entscheidungen absehbar sind.

Die Erfahrung zeigt, dass Vorstände Neuerungen aktiv einfordern und steuern müssen.

Wenn Sie diesen Schritt gehen, ist es wichtig, die regulatorischen Aufgaben in den Organisations- und IT-Abteilungen viel moderner zu lösen, als es heutzutage in den meisten Instituten der Fall ist. So ist es Ihnen möglich, sich auf Veränderungen und Innovationen zu fokussieren. Zusätzlich sollten Sie sicherstellen, dass alle bereits vom Rechenzentrum entwickelten Innovationen auch wirklich umgesetzt werden. Oft ist dies nämlich nicht der Fall.

„Erfolgsfaktor: IT-Know-how.“Einige Vorstände handeln selbst — entweder weil sie keinen Verband oder kein Rechenzentrum haben oder weil beide zu langsam agieren. Diese Banken stehen oft unter hohem Druck, etwas schnell ändern zu müssen, oder wollen ihren Kunden bessere Leistungen und Service bieten.

Der wichtigste Faktor für Innovationen ist umfassendes IT-Know-how: Egal, ob es innerhalb des Personals oder in Form eines externen Dienstleisters besteht, ohne dieses IT-Know-how ist das Vorhaben nicht möglich. Davon abgesehen ist es sinnvoll, sich mit anderen Banken
zusammenzuschließen. Es gibt beispielsweise Institute, die sich gemeinsam mit FinTechs verknüpfen, um sich die Kosten zu teilen.

Erstaunlicherweise sind es vor allem kleine Banken, die innovativ sind.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche Institute können nur so ihre Existenz sichern, andere hingegen wollen sich von der Konkurrenz abheben. Teilweise verfügen sie einfach über keinen Verband, der ihnen diese Aufgabe abnehmen könnte.

Wenn Vorstände ihr Angebot oder ihren Service verbessern wollen, lohnt es sich, die Erfolgsmodelle der ertragsstarken Banken zu betrachten. Möglicherweise bieten diese Vorbilder für Innovationen, die von den Kunden sehr gut angenommen werden. Wer unternehmerisch handeln will, muss meistens nichts komplett Neues erfinden. Es reicht vollkommen aus, Ideen zu transportieren und anzupassen. 

Im Vordergrund sollte dabei immer die Zielgruppe stehen:

  • Was würde ihr wirklich helfen?
  • Wofür wäre sie bereit zu investieren?
  • Aus welchem Grund würde sie unbedingt bei ihrer Bank bleiben wollen?

Eine andere Möglichkeit ist es, für die gleichen Kunden ein neues Geschäft zu generieren. In der Industrie gibt es interessante Fallbeispiele für dieses Vorgehen. „Zielgruppe im Fokus.“So hat sich der Schraubenlieferant Würth intensiv mit seinen Kunden auseinandergesetzt, um zu erfahren, warum diese so wenig bei ihm kaufen. Es zeigte sich, dass sie keinen Überblick über die vorhandene Menge an Schrauben hatten und deswegen nichts bestellten, wenn der Vertriebler bei ihnen war. Um dieses Problem zu lösen, stellte Würth von nun an Regale mit beschrifteten Schubladen für die jeweiligen Schrauben bei seinen Kunden auf. Der Vertriebler übernahm das Zählen der Schrauben und konnte so bestimmen, wie viele der Handwerker braucht.

Besonders im Firmenkundengeschäft könnten kundenzentrierte Lösungen Banken stark von ihrer Konkurrenz abheben. Allerdings gilt es genau zu überlegen, für welche Kunden und Felder es überhaupt sinnvoll ist, Innovationen zu entwickeln. Da vermehrt internationale Unternehmen und Institute in die deutsche Bankenwelt drängen, gibt es zukünftig Bereiche, in denen es nicht mehr möglich sein wird, die Oberhand zu gewinnen. Vielversprechender ist es, eine klare Zielgruppe zu bestimmen und dieser eine auf sie abgestimmte Palette an Leistungen und Services anzubieten. Diese bleibt erhalten, selbst wenn internationale Konkurrenz existiert.


Fusionen als Rettungsversuch

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Transparenz als entscheidender Faktor

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