Zukunft der Banken

5.2. Fusionen als Rettungsversuch

Fusionen werden je nach Bankengruppe sehr unterschiedlich gehandhabt und am häufigsten von Sparkassen und Volksbanken durchgeführt. Ob Fusionen eine Lösung sind, hängt nicht nur stark davon ab, wie vorgegangen wird, sondern auch, mit welcher Konsequenz.


„Standardisierte Abläufe bei Volksbanken.“Volksbanken greifen beispielsweise auf standardisierte Abläufe zurück. In der Regel übernimmt ein großes Institut ein oder mehrere kleinere. In diesem Prozess werden konsequent alle Synergien gehoben, sodass u.a. alle überzähligen Standorte geschlossen werden und die Banken sich von überzähligem Personal trennen. Dies ist zwar nicht bei allen Volksbankfusionen so, aber doch in der Mehrzahl.

„Wenig Synergien bei Sparkassen.“Sparkassen hingegen fusionieren zumeist „auf Augenhöhe“. Das heißt, sie heben kaum Synergien, behalten den Großteil ihrer Mitarbeiter und erhalten in jeder Kommune Standorte, sodass viele Funktionen doppelt vorhanden sind. Die Institute setzen dabei auf „natürliches“ Verschlanken, das heißt, sie warten ab und besetzen keine Stellen, die frei werden. In Zeiten der Krise ist dieses Vorgehen für einige nicht ausreichend und sogar gefährdend, wenn sie ihre Ertragskraft durch die Fusion insgesamt verschlechtern.

In unserer Bankenanalyse und dem damit verbundenen Ranking zeigt sich an verschiedenen Beispielen, wie ungünstig sich Fusionen auswirken können, wenn sich eine erfolgreiche Bank mit einem Institut mit schlechterer Platzierung zusammenschließt. Die neu entstandene Bank steht zwar besser da als das vorher niedrig rankende Institut, gleichzeitig aber auch nicht mehr so gut wie die vor der Fusion ertragsstarke Bank. Und die aufeinanderprallenden Kulturen lähmen diese Institute oft über Jahre, da kaum aktive Kulturarbeit während und nach den Fusionsprojekten erfolgt.

Scheinbar birgt eine Fusion für erfolgreiche Institute zumindest kurz- bis mittelfristig mehr Nachteile als Vorteile.

Für einige Banken stellt eine Fusion jedoch den einzigen Ausweg dar. In diesen Fällen gilt es, keine Kompromisse einzugehen, damit im Anschluss nicht alle beteiligten Institute schlechter aufgestellt sind als zuvor. Bereits jetzt gibt es größere gut funktionierende Banken, die nicht fusionieren wollen, weil sie befürchten, an Ertragskraft zu verlieren.

Mit dem Fortschreiten der Krise in der Branche wird es vermutlich sogar dazu kommen, dass Kunden und Bilanzen lediglich übernommen werden und die aufgenommene Bank nur abgewickelt und nicht integriert wird.


Erfolgreich wird, wer es glaubt. Und umgekehrt.

Zurück zu: Herausforderungen

Innovation

Wir melden uns gern bei Ihnen.

Hinterlassen Sie uns Ihren Namen und Ihre Rufnummer / E-Mail-Adresse. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und erkläre mich mit Absenden des Formulars mit diesen einverstanden.