Zukunft der Banken

3.4. Die anderen Player im System

Neben den bereits genannten gibt es weitere Akteure innerhalb der Bankenbranche. Diese wurden in der Vergangenheit installiert, um Themen zu zentralisieren.


Verbände

Verbandsstrukturen waren in der Vergangenheit eine durchaus sinnvolle Einrichtung. Jedoch sind diese
mittlerweile historisch gewachsen, und es wird sich zeigen, ob sie in ihrer jetzigen Form in der Krise hilfreich
sein werden. Die einzelnen Verbände verhalten sich teils sehr unterschiedlich.

Verband der Sparkassen

Im Bereich der Sparkassen gibt es äußerst viele konkurrierende Verbände, die ein umfangreiches Geflecht bilden und über 3 100 Mitarbeiter beschäftigen. Nach außen wirken diese dezentral gesteuerten Strukturen nicht sehr koordiniert. Zudem zeigen sie größere Beharrungskräfte im Vergleich zu Verbänden anderer Banken.

Verband der Volksbanken

Der Verband der Volksbanken ist zentral gesteuert und gibt den Volksbanken durch eine klare Haltung Orientierung und kann schnell entscheiden. Ferner steht er in aktivem Austausch mit der Industrie.

Bundesverband Öffentlicher Banken

Seine Banken betreut der VÖB sehr gut, jedoch hat er durch seine geringe Größe einen begrenzten Handlungsspielraum.

Verband der PSD-Banken

Der Verband der PSD-Banken sticht deutlich hervor: Einer unternehmerischen Leitung verdankt
der sehr agile Verband seine Neuausrichtung und den Fokus auf Innovation und Austausch
zwischen den Vorständen.

Verband der Sparda-Banken

Durch seine geringe Größe hat dieser Verband nicht viele Möglichkeiten, um Änderungen anzustoßen.
Er setzt deswegen verstärkt auf externe Spezialisten.


Akademien

Akademien wurden in Zeiten gegründet, in denen es der Branche gut ging, um Bankenwissen aktuell zu halten und zu vermitteln. Heute ist es allerdings fraglich, ob sie in ihrem derzeitigen Zustand weiterhin nützlich sein können.„Akademien müssen sich
massiv verändern.“
Auch sie müssten sich wie Banken und Sparkassen massiv verändern, um zukunftsfähig zu werden und vor allem ihrer Branche in die Zukunft zu helfen.

Sicherlich bieten sie eine solide Grundausbildung für Banker. Für spezielles Wissen zu Organisation und IT, Personal oder auch MaRisk existieren jedoch bessere und modernere Einrichtungen. Gute Beispiele dafür sind beispielsweise die jährlichen Hamburger Bankenaufsicht-Tage des Finanz Colloquium Heidelberg oder die Frankfurt School. Beide vermitteln modernes Wissen in einer Aktualität, die Inhouse-Akademien nur schwer bieten können.

Die Entwicklung der Schulungsinhalte ist innerhalb der Akademien zu langsam, um an den aktuellen Stand
der Bankenbranche anknüpfen zu können.

Teilweise wird mit zehn Jahre alten Curricula gearbeitet. Folglich wird Wissen konserviert, das schon längst veraltet ist. So wurde beispielsweise bis vor kurzem im Bereich der Sparkassen noch eine Frühform des Prozessmanagement — der geblockte Text — gelehrt, obwohl sie branchenübergreifend schon lange nicht mehr verwendet wird. Und in den Genossenschaftsbanken wird noch immer nicht BPMN (Business Process Model and Notation) thematisiert, obwohl diese Darstellung seit zehn Jahren weltweiter Standard ist.

Diese Beispiele sind symptomatisch für den Aufbau und die Arbeitsweise der Akademien. Bei ihrer Entstehung war es das Ziel, Banker auszubilden, die auf hohem Niveau sich wiederholende Aufgaben ausführen. Heute sind aber andere Kompetenzen notwendig, und Akademien werden sich stark verändern müssen, um ihren Banken helfen zu können. Nur wenige Akademien haben diesen Umstand bereits erkannt und gezielt Referenten und Themen aus der Industrie engagiert.


Marktfolgeeinheiten und Kreditfabriken

Marktfolgeeinheiten und Kreditfabriken wurden meist aus Banken ausgelagert. Derzeit beginnen sie, sich an der Industrie zu orientieren und besser aufzustellen. Dies ist jedoch mit einiger Mühe verbunden, da sie oftmals den Personalkörper ihrer Mutterbanken übernommen haben und nicht rechtzeitig Mitarbeiter und Methoden aus der Industrie eingestellt bzw. eingeführt haben. Einige von ihnen sind zudem „Spielball“ einzelner Banken und somit gefährdet, geschlossen zu werden. Für diejenigen von ihnen, die bestehen bleiben, ist es ratsam, ihre Prozesse radikal zu überdenken und danach kontinuierlich zu betrachten und zu optimieren, um zukünftig weiterhin marktfähig zu sein.


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